HEx München und Innsbruck

Vom 19. Bis 24. November 2023

Die diesjährige Exkursion der Freunde des Bauingenieurwesens führte uns nach München und Innsbruck (Österreich). Dabei durften die 18 Teilnehmenden eine Woche lang verschiedenste Bauwerke besuchen und die daran durchgeführten Bauarbeiten beobachten.

Sonntag,19.11.

Die Exkursionsgruppe machte sich Sonntagmorgen auf den Weg zur bayrischen Landeshauptstadt. Der Anreisetag diente neben der Hinfahrt auch der Erkundung Münchens. So kam es uns sehr gelegen, dass sich unsere Unterkunft in der Nähe des Olympiaparks befand. Wir konnten daher einen kleinen Abstecher zu diesem unternehmen und das Olympiastadion mit seiner beachtlichen Zeltdachkonstruktion bestaunen. Weiter ging es mit einer Stadtführung durch die Münchner Innenstadt, sie führte uns an sehenswerte Orte wie den Viktualienmarkt, die Frauenkirche oder die Bayrische Staatsoper. Am Abend kehrten wir im Münchener Hofbräuhaus ein und ließen den Abend entspannt mit Kartenspielen und Getränken ausklingen.

München Kreuzviertel

Montag, den 20.11.

Die neue Woche starteten wir mit einem besonderen Bauwerk, dem TRI in der Elsenheimerstraße 31, im Westend gelegen, das erste Holzhybrid-Bürogebäude in dieser Größe in München. TRI steht für die Verbindung aus Holz (Tree) und den drei Eckpunkten Innovation, Intelligenz und Inspiration. Neben Büroflächen wird es Stellplätze, Gastronomieflächen, Konferenz- oder auch Umkleideräume geben. Dazu wird TRI mit einem großen Innenhof und mehreren Dachterrassen ausgestattet. Der Rohbau wird aus einem aus Stahlbeton gefertigten Unter- und Erdgeschoss bestehen, dazu anschließend noch zwei Türme aus Stahlbeton. Über dem Erdgeschoss befinden sich dann die Obergeschosse aus Holz. Die Nettobaukosten sollen sich auf etwa 40 Mio. Euro belaufen, insgesamt beträgt die Bürofläche etwa 15.000 m² und die Bauzeit soll voraussichtlich 2024 enden.

Die Führung über das Baugelände leitete der Bauleiter des Ingenieurbüros Catterfeld und Welker, welche für die Bauüberwachung zuständig sind. Er sprach von besonderen Herausforderungen, die mit dem Bau des Gebäudes einhergingen, zum Beispiel über Sicherheitsanforderungen für den Bau eines zum Teil aus Holzkonstruktionen bestehenden Gebäudes. Der Brandschutz spielt daher besonders hier eine große Rolle, da TRI in die Gebäudeklasse 5 eingestuft ist, weshalb man nur bedingt mit den gängigen brandschutztechnischen Regularien arbeiten kann. Auch das Holz kann zu einem Problemthema werden, welches nur von einem Werk in Deutschland hergestellt wird. Außerdem soll das Gebäude nach DGNB Standards (Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen) den Status Platin besitzen. Dies verlangt besondere Anforderungen an das Holz, Lärmbuchführung, eine Ökobilanzierung oder auch viele Zertifikate für verschiedenste Stoffe und Baumaterialien. Dies macht den Bau noch zeitintensiver. Ein wichtiges Prinzip, um effektiver den Bauablauf zu gestalten, ist LEAN Management („schlankes“ Management), welches uns später nähergebracht wurde.

Beim Rundgang des zukünftig siebengeschossigen Hochhauses sahen wir umfangreiche Arbeiten am Rohbau. Am Ende der Führung konnten wir auf dem Dach eine großartige Aussicht auf die Baustelle und München genießen. 

Nach einer ausgiebigen Mittagspause trafen wir uns in den Büroräumen von Catterfeld und Welker mit einem der Geschäftsführer. Er erzählte uns, wie LEAN, BIM und die Baustellenlogistik dem Bauvorhaben weiterhelfen, wie diese funktionieren und wie die Effizienz auf Baustellen gesteigert werden kann. 

Danach ging es für uns weiter an die TU München, wo schon Anhänger der ansässigen Bauingenieur-Fachschaft auf uns warteten. Es gab für uns einen kleinen Universitätsrundgang mit anschließender Freizeitgestaltung und Vernetzung.

TU München

Dienstag, 21.11.

Die zweite Baustellenbesichtigung führte uns in die Münchner Maxvorstadt. Dort entsteht seit einigen Jahren der Apple Campus. Zuvor stand hier noch ein Bürogebäude. Nun soll im Hinterhof des Landgerichts München II das Apple-Gelände weiterentwickelt werden. Die Lichthöfe werden drei Geschosse in die Tiefe und sieben Geschosse in die Höhe besitzen. Das Gebäude kostet ohne Grundstückspreis etwa 20 Mio. Euro und der Rohbau soll bis Mitte 2024 fertiggestellt sein.

Das Bürogebäude „Lichthöfe“ trägt nicht zufällig diesen Namen: innerhalb der Bebauung entstehen drei Innenhöfe, welche über große Fensterscheiben viel Licht in die Räumlichkeiten leiten sollen. Dafür wird aber auch die volle Grundstücksfläche ausgenutzt, indem die Gebäudegrenze nahezu auf der Grundstücksgrenze liegt. 

Für diese enge Lückenbebauung sind die Flächen für Baumaterialien und Geräte sehr begrenzt. Um diese Fläche optimal zu nutzen, wurde der vordere Teil der Fläche in Deckelbauweise ausgeführt, um diesen Deckel (vom Bauleiter als „Balkon“ bezeichnet) als Arbeits- und Lagerfläche zu nutzen. Weitere Hürden mussten überwunden werden, wie z.B. die Unterführung des Landgerichts, welche für Baufahrzeuge als einziger Zugang zur Baufläche dient. Außerdem mussten die Krane nacheinander in die Höfe platziert werden, die Einzelteile wurden dafür teilweise über die angrenzenden Gebäude gehoben. 

Apple

Nach der etwa zweistündigen Baustellenbesichtigung verließen wir München in Richtung Innsbruck, welches im von Bergketten umschlossenen Inntal liegt. Dort angekommen gab es für uns wieder eine kleine Stadtrundführung, wo wir verschiedene Sehenswürdigkeiten Innsbrucks erkunden konnten.

Mittwoch, 22.11.

Gegen 8 Uhr fuhren die Freunde zur Luegbrücke der Brennerautobahn A13. Zunächst erhielten wir einen umfassenden Überblick über die im Bau befindlichen Abschnitte von ASFiNAG, welche die Autobahn betreut und bemautet.

Die Brennerautobahn ist die Hauptverkehrsroute nach Süddeutschland. Deren längste Brücke, die Luegbrücke, soll innerhalb von 4 Bauphasen durch 2 neue Brücken ersetzt werden. Die erste Brücke (talseitig) soll in 2 Jahren fertiggestellt sein. Bei einer Strecke von 35km und 5 Talübergängen in dem schwierigen Gelände entstehen viel Herausforderungen und viele Bauarten werden zum Einsatz kommen.

Am Nachmittag konnten wir den Brenner-Basis-Tunnel bestaunen. Zuerst haben wir uns in den BBT Tunnelwelten einen Überblick über das Bauvorhaben gemacht. Uns wurde ausführlich erklärt, worauf es beim Tunnelbau ankommt und was die geologischen Herausforderungen in den Alpen sind. Anschließend fuhren wir mit 2 Bussen in den Erkundungs- und in den Haupttunnel hinein. Die Dimensionen der verschiedenen Tunnel haben uns sehr beeinduckt. In 9 Jahren soll der erste Zug durch den BBT fahren und damit der Brennerautobahn mit jährlich 14 Mio PKW und 4 Mio LKW entlasten. Mit 64km Länge und einer Fahrtzeit von 25 Minuten wird es der längste Tunnel für Personen- und Güterverkehr der Welt sein. Die Kosten belaufen sich auf über 10 Mrd. Euro und wird von der EU, von Österreich und Italien finanziert.

Wieder zurück in Innsbruck kehrten wir gemeinsam in ein Restaurant ein und genießten den Abend mit lokalen Tiroler Spezialitäten.

Brenner Tunnel

Donnerstag, 23.11. und Freitag 24.11.

Aufgrund von vielen Straßensperrungen erreichten wir erst gegen 11Uhr das Speicherkraftwerk Kühtai im Gebirge. TIWAG betreut und baut das Erweiterungsprojekt der 3 Speicherseen für die Kraftwerkgruppe Sellrain-Silz. In der 60m hohen Kaverne im inneren des Berges wird elektrische Energie gewonnen, die im Umland aber auch in ganz Europa verbraucht wird. Der Damm ist zur Hälfe hergestellt und konnte mit einem Panoramablick begutachtet werden. Danach wurden wir netterweise noch in die Kantine zum sehr üppigen Mittagessen eingeladen. Am Nachmittag sind wir aufgrund von Wartungsarbeiten an der Seilbahn nur in die Richtung der Nordkette gelaufen. Der Blick über Innsbruck war trotzdem ein Genuss und hat unsere HEx sehr gut abgerundet.

Kaverne

Die Rückfahrt begann am Freitag gegen 10 Uhr. Mit ein paar Stopps und stockendem Verkehr sind wir alle 19Uhr gut und sicher an der Universität in Dresden angekommen.

Auswertung der HEx

Traditionell sind auf der Herbstexkursion viele Erstis dabei, die es sehr genießen, einen solchen Praxiszugang zu erhalten. Auch dieses Mal konnten sich alle Mitglieder sehr positiv über die Organisation äußern, welche Unterkünfte, interessante und abwechslungsreiche Baustellen, Kontakte und vieles mehr ermöglicht hat. Die Exkursion war insgesamt ein sehr schönes Erlebnis, welche nicht nur die Baupraxis nähergebracht, sondern auch die Vernetzung der Studierenden untereinander bestärkt hat.

 

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